RFID mit Smartphone-App macht Baustellen effizienter

Der Bau von Hochhäusern, Verwaltungskomplexen und Großanlagen gleicht einem Puzzle mit Hundertmillionen Teilen. Ständig werden Material, Komponenten sowie vorproduzierte Halbfertig- und Fertigteile angeliefert. Die Bauleitung muss den Überblick behalten. Hier hilft die RFID-Technologie bereits, das Baustellenmanagement zu beschleunigen. In Verbindung mit einer Smartphone-App lassen sich die Prozesse künftig noch effektiver gestalten.

„Viel Geld liegt auf der Baustelle“ brachte es eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA vor einiger Zeit auf den Punkt. Bei der Befragung wurden 180 Vorstände, Geschäftsführer und Manager des deutschen und europäischen Großanlagenbaus sowie seiner Investoren befragt. Rund zwei Drittel aller Befragten meinten, dass sich durch konsequentes Baustellenmanagement ein Einsparpotenzial von mindestens drei Prozent der Kosten heben lässt; 60 Prozent der Studienteilnehmer halten sogar Einsparmöglichkeiten von mindestens fünf Prozent für realisierbar. Eine Herausforderung sind Defizite in der Materiallogistik. Häufiger Schwachpunkt sei die Organisation der Baustelle selbst, um eine effiziente Steuerung und Überwachung des Montageablaufs sicherzustellen.

 

Komponenten teilen ihre Position im Puzzle mit

Immer öfter werden auch im Gebäude- und Anlagenbau Halbfertig- und Fertigteile vorproduziert. Das senkt die Kosten und beschleunigt idealerweise den Baufortgang. Die chinesische Braod Group baut ab 2016 sogar ein 220-stöckiges Hochhaus nach dem Lego-Prinzip aus vorgefertigten Teilen. So weit ist man hierzulande noch nicht. Aber viele Fassaden werden vorproduziert und dann nur noch eingehängt. Eine Hausforderung für das Baustellemanagement, wenn man an Fassaden des amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind denkt, bei dem in der Regel bei der Außenhülle kein Teil dem anderen gleicht. Die Welt nannte ihn den „Mann der schiefen Häuser“; und so spektakulär wie seine Gebäudehüllen sind, so sehr stellen sie höchste Anforderung an die Baulogistik. Schon heute setzen Baufirmen vereinzelt die RFID-Technologie ein. Bei der Radio-Frequency Identification (RFID) klebt ein kleiner Sender am Bauteil, der mit einem speziellen Empfänger ausgelesen wird. Dabei muss das Lesegerät nicht wie bei der NFC-Technik direkt mit dem Bauteil in Berührung kommen. RFID hat den Vorteil, dass sie auf mehrere Meter funktioniert. So teilen die Fassadenkomponenten dem Bauleiter mit, wo sie eingebaut werden wollen. Bisher müssen diese jedoch im Bauplan nachsehen. Ein Medienbruch.

 

RFID-Reader teilt über Smartphone-App die Position im Bauplan mit

Künftig könnten die Baulogistiker mit einem Adaptergerät über ihre Smartphones direkt in den Bauplan schauen, welche speziellen Verkabelungen mit der Gebäudetechnik vorgesehen und mit welchen Komponenten sie zu verbinden sind. Mittels des RFID-Lesegerätes wird die Identität des Bauteils direkt in die App eingespielt. In der App findet dann die eigentliche Informationsverarbeitung statt. Dort ist beispielsweise der Bauplan hinterlegt. Weitere komplexe Anwendungen lassen sich integrieren wie spezielle Einbauanleitungen. Eine manuelle Überprüfung von Maßen, Anschluss- und Verbindungspunkten am ausgedruckten Bauplan könnte künftig entfallen. Alle notwendigen Informationen stünden am Ort der Montage zur Verfügung. Ebenso vermeiden die Identifikation einer Komponente und ihre Position im Bauplan einen vergeblichen Montageversuch an falscher Stelle. Über diese einfache Funktion lassen sich viele Prozesse beschleunigen, die mit proprietären RFID-Lesegeräten bisher unmöglich sind.

 

Fazit

Voraussetzung ist natürlich eine Software, die benutzerfreundlich sowie grafisch brillant die Anwender unterstützt, ihre Prozesse optimal abzuarbeiten. Die PROJEKTIONISTEN ® entwickeln zurzeit eine erste Anwendung für ein RFID-Adapter-Gerät, an das ein Smartphone angeschlossen ist. Die Potenziale für eine Effizienzsteigerung in der Baulogistik und deren Qualitätssicherung sind groß.

 

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