Konsistent und skalierbar gestalten – Design-Systeme

Was sind Design-Systeme und welche Vorteile bringen sie? Wir befragen unseren UX-/UI-Designer Johannes über die Methode der komponentenbasierten Interface-Gestaltung.

Johannes, als UX-/UI-Designer entwickelst du auch Design-Systeme für digitale Produkte. Was versteht man unter einem Design-System?

Man könnte bei einem Design-System von einer systematischen Methode sprechen, mit der Softwareprodukte gestaltet werden. Im Kern ist ein Design-System eine Bibliothek von User-Interface-Komponenten, die von Designern und Entwicklern gemeinsam aufgebaut und gepflegt wird. Um aus dieser Bibliothek Softwareprodukte zu entwicklen, umfasst ein Design-System auch ein Tool-Stack, also ein Auswahl an Software, die wir dazu verwenden, und eine Dokumentation mit Anwendungsrichtlinien.  

Was ist der Unterschied zwischen einem Styleguide und einem Design-System?

Ein Styleguide ist ein Dokument, das beschreibt wie ein entworfenes Design aussehen und funktionieren soll. Es beinhaltet z.B. Farbwerte, Angaben zu Schriftstilen oder Beschreibungen des interaktives Verhaltens. Es ist ein Dokument, das Designer hauptsächlich für Front-End-Entwickler anfertigen, um eine entwurfsnahe Umsetzung zu ermöglichen. Damit bildet es auch einen wichtigen Bestandteil des Design-Systems. Design-Systeme gehen allerdings weit über diese Beschreibungen hinaus. Von einem Design-System ist eigentlich dann erst zu sprechen, wenn die Komponentenbibliothek nicht nur im Entwurf sondern auch als einzeln entwickelte Code-Komponenten vorliegen.

Auf einen Blick: Umfang eines Design-Systems
Wie gehst du als Designer bei dem Aufbau einer Komponentenbibliothek vor?

Ich entwerfe in der Regel nach dem Ansatz des „Atomic Designs”. Ich beginne also in der Gestaltung bei den kleinsten Elementen, den „Atomen”. Damit sind z.B. Farben und Schriften gemeint aber auch Icons – also alle Elemente, die sich nicht weiter zerlegen lassen. Diese kleinsten Bestandteile werden dann zu immer größeren „Molekülen” und „Organismen" zusammengesetzt und bilden User-Interface-Komponenten wie beispielsweise Eingabemasken oder Dropdown-Menüs. So entstehen nach und nach größere Bausteine, mit welchen sich das User Interface zusammensetzen lässt. Wichtig beim Entwurf ist dabei eine verständliche und erweiterbare Benennung und Strukturierung der Komponenten, so dass die Bibliothek wachsen kann.

komponentenbasierter Aufbau des "Atomic Design"-Modells
Welche Tools werden dabei verwendet?

Das unterscheidet sich von Projekt zu Projekt. In unseren Projekten verwenden wir die folgenden drei Tools. Als Design-Software verwenden wir Figma. In Storybook werden die Komponenten dann in Typescript entwickelt und organisiert. Zeroheight dient uns als kommunikative Schnittstelle zwischen Design und Entwicklung. Hier befindet sich die Online-Dokumentation mit Anwendungsguide und eine Ansicht der entwickelten Komponenten, die direkt aus Storybook eingebunden werden.


Das hört sich spannend, aber auch nach viel Aufwand, an. Welche Vorteile bietet denn das Arbeiten mit Design-Systemen?

Ich denke Skalierbarkeit und Konsistenz sind die wichtigsten Vorteile. Ist ein Design-System einmal aufgesetzt, können neue Produkte oder Produktfeatures schnell entwickelt, getestet und released werden. Dabei bleibt die Konsistenz innerhalb einer Softwarelandschaft bestehen, was für die User Experience besonders relevant ist. Design-Systeme bringen aber auch Vorteile für das Zusammenarbeiten im Team. Es entsteht weniger Abstimmungsaufwand und das agile Arbeiten wird für alle Projektbeteiligte transparenter und besser planbar.

Aus der Bibliothek ausgewählte Komponenten und Gestaltung einer Nutzerinteraktion
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