Wie können Aussprache und Verständnis von Sprachassistenten interaktiv verbessert werden?

Svenja hat Mediendesigninformatik in Hannover studiert und im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine Incentivierungsmethode entwickelt, die Nutzer:innen dazu motiviert, bei der Verbesserung der Haltestellen-Aussprache von Sprachassistenten mitzuhelfen.

Was hast du in deiner Bachelorarbeit gemacht und wie bist du auf das Thema gekommen?

Viele Menschen nutzen Fahrplan-Apps für den öffentlichen Nahverkehr, um sich passende Verbindungen anzeigen zu lassen. Diese Apps können unter anderem auch von digitalen Sprachassistenten gesteuert werden. Einige der deutschen Bus- und Bahnhaltestellennamen sind dabei aber für die Sprachassistenten schwierig zu verarbeiten, weil sie etwa Personennamen enthalten, die in der deutschen Sprache nicht geläufig sind und aus ihrer Schreibweise keine eindeutige Aussprache abgeleitet werden kann (z.B. „Podbielskistraße“ oder „Aegidientorplatz“). Das kann zu Problemen führen, wenn beispielsweise die Aussprache einer Haltestelle von dem Sprachassistenten nicht erkannt oder falsch erkannt wird und deshalb keine zufriedenstellende Fahrplanauskunft gegeben werden kann.

In meiner Bachelorarbeit habe ich in Kooperation mit den PROJEKTIONISTEN® eine Incentivierungsmethode entwickelt, die Nutzer:innen dazu motiviert, bei der Verbesserung der Aussprache mitzuhelfen. Diese Funktion sollte in die bereits von den PROJEKTIONISTEN® entwickelte Fahrplan-App naNah integrierbar sein. Ein Großteil meiner Arbeit bestand in der Konzeption der Methode und der Erstellung eines klickbaren Prototyps.

Was genau ist eine Incentivierungsmethode?

Der Begriff lässt sich vom engl. Wort “incentive” ableiten, was “Ansporn” oder “Antrieb” bedeutet. Incentivierung ist also das Motivieren einer Person mithilfe von gewissen Anreizen, eine bestimmte Aktion auszuführen. Bei diesem Projekt ging es besonders um die sogenannte extrinsische Motivation, die das Handeln im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel beschreibt und von äußeren Einflüssen gesteuert wird. Die Anreize (“Incentives”) sollen in diesem Fall die Nutzer:innen dazu bewegen, die entwickelte Funktion (regelmäßig) zu benutzen und somit die Quantität an Daten zu Haltestellen-Aussprachen zu erhöhen.

Wie bist du im Prozess vorgegangen?

Grundsätzlich habe ich immer versucht, aus Nutzer:innen-Sicht zu entwickeln, um eine möglichst gute User Experience zu gewährleisten. Dafür führte ich zunächst eine Umfrage durch, um einen grundsätzlichen Eindruck über die potenziellen Nutzer:innen zu erhalten und erste Anforderungen herauszuarbeiten. Die Erstellung von Zielgruppen und Personas mit zugehörigen User Journeys hat dann geholfen, das Projekt bzw. die Funktion aus der Nutzer:innen-Sicht zu betrachten und deren Wahrnehmung in den Vordergrund zu stellen. Die daraus abgeleiteten Anforderungen und Bedürfnisse habe ich im Laufe des Prozesses immer wieder iterativ überarbeitet und optimiert.

Aus den Ergebnissen der Konzeptionsphase ergaben sich konkrete User Stories, welche ich zunächst in Skizzen visuell umsetzte. Aus den Skizzen entstanden Wireframes, die sich schlussendlich zu zwei Clickdummy-Versionen entwickelten. Die zwei verschiedenen Routen wurden dann in einem Usabilitytest mit mehreren Nutzer:innen auf ihre Vor- und Nachteile getestet. Aus den Ergebnissen des Tests entstand der ausgereifte Prototyp, der in seinen Grundzügen technisch implementiert wurde.

Gab es besondere Herausforderungen, die du meistern musstest?

Nach der Erstellung eines ersten Clickdummys und einigen anschließenden Überarbeitungen sollten die Ergebnisse in einem Usertest verifiziert werden. Aufgrund der aktuellen Pandemie konnten diese nur remote, per Videoübertragung, durchgeführt werden. Das stellte in diesem Fall ein gewisses Potenzial für Schwierigkeiten in der Durchführung dar, da die Teilnehmenden auf eigene Geräte zurückgreifen mussten und daher nicht bei allen die gleichen Grundbedingungen gegeben waren. Außerdem konnte ich ihnen als Moderatorin des Tests bei Schwierigkeiten nicht in vollem Umfang Hilfestellung leisten wie es vor Ort möglich gewesen wäre. Auch wenn die Situation für alle Beteiligten herausfordernd war, verlief die Durchführung des Tests letztendlich ohne größere Probleme. Die Teilnehmenden verstanden die Aufgabenstellungen gut und hatten sichtlich Spaß an dem Test. Anhand der Ergebnisse des Tests konnten später noch einige wichtige Design-Entscheidungen getroffen werden.

Was kannst du aus deiner Bachelorarbeit mit in den Berufseinstieg nehmen?

Mein persönlicher Fokus bei der Bachelorarbeit war die Entwicklung aus Nutzer:innen-Sicht, also das Identifizieren der Anforderungen und Bedürfnisse der Nutzer:innen, um anschließend eine Funktion zu entwerfen, die diese Bedürfnisse bedient und das Ziel der Incentivierung erreicht. Generell habe ich bei diesem Projekt viel über Usability-Abläufe gelernt und konnte bei Entwurf und Planung der Usertests und Interviews viele Erfahrungswerte sammeln. Besonders fasziniert hat mich dabei, welche starken Auswirkungen schon kleine Verbesserungen in der Benutzerfreundlichkeit an der Gesamtwirkung einer Funktion haben können. Da ich jetzt nach meinem Studium bei den PROJEKTIONISTEN® anfange, bekomme ich die tolle Gelegenheit, direkt an das Gelernte anzuknüpfen.

Kurz zusammengefasst

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Wir waren in Frankfurt am Main und haben das Easy Shuttle ausprobiert, ein autonomes Fahrzeug, welches durch die Straßen von Frankfurt rollt. Anwohner:innen können dort einsteigen und sich bequem durchs Viertel bewegen. Unser Beitrag zu dem Projekt ist die individuelle Softwareentwicklung eines integrierten Sprachassistenten, mit dem man sich zusätzliche Informationen ausspielen lassen kann.

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